Presse: HP-Friede
Quelle: Artikel der
Heilbronner Stimme
Region Heilbronn: Die Müllabfuhr erhitzt noch immer die Gemüter
Von Wolfgang MüllerNoch immer warten Abfalleimer im Landkreis Heilbronn vergebens auf die Müllabfuhr. Das Chaos der vergangenen Woche hat die Entsorgungsfirma Zehner aber beseitigt. Jetzt konfrontiert die SPD-Kreistagsfraktion das Landratsamt mit Vorwürfen.
"100 Mann waren am Wochenende unterwegs, um das Gröbste auszubügeln", sagt Ulrich Zehner, Geschäftsführer der Heilbronner Entsorgungsfirma, die seit Anfang des Jahres die Leerung der Mülltonnen im Landkreis Heilbronn übernommen hat. Um den Müllstau aufzulösen, war das Unternehmen mit allem im Einsatz, was mindestens vier Räder hat. Zehner hat darüber hinaus vier zusätzliche Fahrzeuge angemietet. Derzeit holen im Landkreis Heilbronn und im Hohenlohekreis rund 75 Mitarbeiter mit 35 Fahrzeugen den Abfall ab.
"Wir sind noch nicht im Plan", räumt Zehner ein. Einzelne Straßen wie in Möckmühl, Botenheim oder Gemmingen seien nicht geräumt. Auch in der Eppinger Altstadt stehen volle Bioabfall-Container. Am vergangenen Dienstag hätten sie geleert werden müssen. "Der größte Stau ist jetzt aber aufgelöst", so Zehner. Vergangene Woche hatte die Firma ganze Ortsviertel erst nach Tagen geleert (die HSt berichtete). Bis Anfang Februar sollen die Anlaufschwierigkeiten behoben sein.
Inzwischen hat sich die SPD-Kreistagsfaktion zu Wort gemeldet
. Die Sozialdemokraten sehen weiteren Klärungsbedarf bei der Abfallentsorgung. Deren Abfallexperte und Friedrichshaller Kämmerer Hanspeter Friede kritisiert, dass viele der bisher verwendeten 1,1-Kubikmeter-Behälter nicht für das neue so genannte Seitenladersystem verwendbar sind. "Hiervon hatte der Betriebsausschuss des Kreistages keine Ahnung und wurde bei der grundsätzlichen Zustimmung zur Vertragsvergabe auch nicht informiert", erläutert Friede.Kurz vor Weihnachten erreichte die Kunden, die solch einen Container nutzen, ein Schreiben der Firma Zehner. Demnach sollten sie noch im abgelaufenen Jahr entweder ihren alten Container nachrüsten oder einen neuen kaufen. "Das ist viel zu spät", sagt Friede. Der Kämmerer rechnet außerdem mit Kosten von 5000 Euro für die Stadt Bad Friedrichshall. Die seien im Haushalt aber nicht eingestellt. "Außerdem haben wir bis heute kein Nachrüstungsangebot erhalten."
Ein Angebot für einen neuen Container lag dem Schreiben dagegen bei. Und dazu eine Empfehlung des Abfallwirtschaftsamtes. Letzteres stellt für die SPD ein besonderes Ärgernis dar. "Wir wollen Aufklärung darüber, warum der Abfallwirtschaftsbetrieb Empfehlungsschreiben für einen Entsorger und Anbieter von Abfallbehältern gibt", so Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter Reinhold Gall.
Klaus Waidelich, Chef des Abfallwirtschaftsamtes, will die Angelegenheit jetzt auf die Tagesordnung der nächsten Ausschusssitzung im April setzen. "Das Schreiben war keine Kaufempfehlung", meint Waidelich. "Wir wollten die Firma nur unterstützen, damit sie möglichst reibungslos arbeiten kann."
Dass die Nutzer von 1,1-Kubikmeter-Behältern erst vor Weihnachten informiert wurden, obwohl die Heilbronner Firma den Vertrag für die nächsten neun Jahre im Sommer erhalten hat, hat laut Geschäftsführer Zehner einen einfachen Grund. "Wir wussten nicht, wer seine Container gemietet hat und wer Eigentümer ist." Diese Information hätten die vier Firmen, die den Müll vor Zehner abholten, erst im Dezember herausgegeben.
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