Thema: Schlamm

Biologische Entschlammung Schachtsee

Unser Schachtsee ist eine kleine Oase inmitten unserer Stadt, leider aber durch die extrem hohe Versorgung an Nährstoffen wie Enten.- und Fischkot, Laub und sonstige pflanzliche Abfälle oder durch gutgemeinte Fütterung der Tiere mit z. Bsp. altem Brot sehr belastet.

Bedingt durch diese starke organische Belastung des Gewässers kommt es, besonders in der warmen Jahreszeit, zu einem starken Sauerstoffmangel im Wasser was die Qualität des Gewässers enorm verschlechtert. Im Sommer führt dies regelmäßig zu Problemen, das Wasser steht kurz vor dem „umkippen“.

Die letzte Entschlammung liegt gut 30 Jahre zurück, am Grund des Sees hat sich eine dicke Schlammschicht angesammelt welche dringend entfernt oder saniert werden müsste um dieses Problem zu beheben. Die Entschlammung ist aufwändig und kostenintensiv, rd. 300.000€ müssten wir hier veranschlagen. Seitens der SPD-Fraktion wurde bereits letztes Jahr der Verwaltung ein Vorschlag einer biologischen Entschlammung unterbreitet mit der Bitte in dieser Richtung zu recherchieren und sich auf dem Markt zu erkundigen. Im Grunde genommen ist es eine ähnliche Vorgehensweise wie wir dies lange Jahre in unserer Kläranlage Untergrießheim zur vollen Zufriedenheit betrieben haben: Wir pumpen Luft in das Wasser damit die Bakterien nicht ersticken sondern gefräßig ihrer Arbeit nachgehen können und am Ende sauberes Wasser übrig bleibt.

Dass dies funktioniert haben zahlreiche Projekte bewiesen, Referenzen gibt es in Hessen, Thüringen und weiteren Bundesländern. Auch die Kosten für dieses Verfahren lassen sich sehen, betragen diese knapp 10% der Kosten einer mechanischen Entschlammung. Ein weiterer Vorteil sehen wir darin dass der See nicht abgelassen werden muss und Wochen oder monatelang brach liegt und auch kein Schlamm auf der Wiese neben dem See zum Entwässern zwischengelagert werden muss was unter Umständen auch mit einer gewissen Geruchsnote unterlegt worden wäre.

Wir, die SPD-Fraktion, sind der Meinung wir sollten auf dieses System setzen und die Firma mit der Sanierung beauftragen. Wir verstehen auch die Gegner dieser Technik und Befürworter der  mechanischen Entschlammung, wir hoffen aber dass es funktioniert. Seien wir aufgeschlossen gegenüber neuen Verfahren und Techniken, lasst es uns versuchen und hier neue Wege gehen. Hätten die Darmstädter Studenten 1910 allen Unkenrufen zu Trotz nicht mit ihren Flugversuchen auf der Wasserkuppe begonnen oder Carl Benz die Kutsche nicht mit einem Motor ausgestattet würden wir unter Umständen heute noch mit dem Pferdewagen in den Urlaub fahren.

Überlegen sollte man sich aber ob man nicht weitere unterstützende Maßnahmen ergreift und eventuell Schilf oder sonstige Wasserpflanzen zur Nährstoffverwertung einsetzt. Auch sollte der Tierbestand nicht übermaßen dicht sein, ob der Schachtsee ein geeignetes Gewässer für Karpfen oder sonstige Fische ist sollte überdacht werden. Ein, von der SPD seit langem schon auf der „Wunschliste“ befindlicher Springbrunnen zur zusätzlichen Sauerstoffanreicherung würde unserem Schachtsee eventuell auch zu seiner Gesundung etwas weiter helfen.

Die SPD-Fraktion stimmt der Beschlussvorlage zu.

GM 18/11/2014 G. Friederich