Thema: Wirtschaftsplan der Stadtwerke 2020

Wirtschaftsplan der Stadtwerke für das Jahr 2020

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Frey,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
verehrte Gäste,

schaut man sich den Wirtschaftsplan der Stadtwerke für das Jahr 2020 genauer an, so lässt sich erkennen, dass sich im Wesentlichen die einzelnen Geschäftsfelder, ähnlich der Vorjahre weiter entwickeln. Das größte Stück am sogenannten „Umsatzerlös-Kuchen“ hat weiterhin die Sparte Gas mit 42 %. Fast 900.000 € würden die Stadtwerke in den Bereichen Gas, Strom, Wärme und Wasser erwirtschaften – das lässt sich für eine Stadt in unserer Größe gut sehen.

Unser Solefreibad wird auch 2020 nicht auf einmal schwarze Zahlen schreiben, aber es erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und ist uns die geplanten 868.000 € Verlust Wert.

Beim genaueren Betrachten fällt jedoch auch auf, dass im Jahr 2020 sehr hohe Investitionen und auch Kreditaufnahmen geplant sind. Hier möchte ich ein Zitat von Henry Ford einbringen:

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.

Als Stadtwerke haben wir, und so sehen wir das als SPD Fraktion, neben der Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger mit den klassischen Energielieferanten, auch die Aufgabe, sich im Sinne des Energiewandels weiterzuentwickeln und in gewissermaßen auch einen Vorreiterrolle einzunehmen. Immer wieder haben wir daher in den vergangenen Jahren auch dieses Thema in unseren Stellungnahmen angesprochen. Die Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet, die Stromtankstelle am Rathaus oder auch die Beteiligung am Windpark tragen hier ihren Teil dazu bei – und das ist sehr wichtig.

Nun befürworten wir es, dass im Jahr 2020 geplant ist, im Bereich der Nah- und Fernwärme hohe Investitionen zu tätigen. Mit dem Aufbau eines neuen Netzes mit einem Blockheizkraftwerk im Bereich Obere Fundel gehen die Stadtwerke in die richtige Richtung und tragen weiter für einen Wechsel der klassischen Energielieferanten hin zu modernen Techniken bei. Ebenso ist geplant, weitere Netze aufzubauen, hier eignet sich Kochendorf mit seiner geplanten Weiterentwicklung sehr gut. Hier wird Geld für ein geeignetes Konzept in die Hand genommen, das macht Sinn.

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren angesprochen, dass vor allem die Sparte Gas sich schwierig entwickelt und fraglich ist, ob die Stadtwerke auf Dauer mit diesen hohen Umsatzerlösen rechnen dürfen. So ist es folgerichtig, neue Wege einzuschlagen. Zugegeben, ganz neu, ist der Weg der Nah- und Fernwärme für uns nicht. So laufen einige Netze auf unserer Gemarkung bereits seit Jahren erfolgreich, zuletzt das im Bereich des neuen Geschäftshauses in der Stadtmitte. Dennoch ist es genau jetzt richtig, hier weiter voranzuschreiten und nicht stehen zu bleiben. Getreu dem Motto von Henry Ford, ist es wichtig, neu zu denken und, auch wenn es in unserem Fall hohe Investitionen und somit auch Kreditaufnahmen bedeutet, den Bereich Nah- und Fernwärme weiter zu entwickeln und zu vergrößern. So können wir langfristig handlungsfähig und vor allem zukunftsfähig bleiben.

Hierbei befürworten wir auch, dass die Stadtwerke die Gespräche mit Kooperationspartnern weiter führen und daran arbeiten.

Als Ausblick möchte ich auch den Bereich der Wasserversorgung nicht unerwähnt lassen. Hier stehen in der Zukunft weitere Mammutprojekte an – die Wasserversorgung unserer immer größer werdenden Stadt muss stabil gehalten werden und somit auch der Eigenwasseranteil erhöht werden. Auch hier, getreu dem Motto, werden die Stadtwerke neue Wege gehen und sich weiterentwickeln.

Nicht außer Acht lassen, möchte ich, dass sich durch all diese Herkulesaufgaben der Schuldenstand erhöhen wird. Investitionen in diesen Größenordnungen sind für uns leider ohne Kreditaufnahmen nicht möglich. Wir als SPD Fraktion halten dies aber für tragbar und für die richtigen Schritte. Die richtigen Schritte, um als Stadtwerke Bad Friedrichshall weiter ein Vorbild im Bereich der Energiewende für unsere Bürgerinnen und Bürger zu sein.

Die SPD Fraktion stimmt den Beschlussvorschlägen und somit dem Wirtschafsplan zu und bedanken uns ganz herzlich bei allen am Geschehen der Stadtwerken Beteiligten für das Engagement im Jahr 2019.

-Stefanie Etzel-