Thema: Stefanie Heil

Stellungsnahme zum Wirtschaftsplan 2015 der Stadtwerke

Sehr geehrter
Herr Bürgermeister Dolderer,
sehr geehrte Gemeinderatskolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,

ein Zahlenwerk mit über 400 Seiten liegt vor uns. Der Haushaltsplan der Stadt Bad Friedrichshall mitsamt den Wirtschaftsplänen der Eigenbetriebe. Wir haben zuvor schon die Einzelheiten des Kämmereihaushaltes gehört und ich möchte nun auf den Wirtschaftsplan der Stadtwerke eingehen.

Schaut man sich zunächst nur einmal die nackten Zahlen an, weist der Plan für das kommende Wirtschaftsjahr einen Jahresfehlbetrag von ca. 120 000 € auf. Des Weiteren erstreckt sich der Vermögensplan auf über 5 Mil. €. Um dies alles finanzieren zu können, werden die Stadtwerke ermächtigt, Kredite von über 4 Mil. € aufzunehmen.

Doch was steckt hinter diesen Zahlen?
Ich möchte nun die einzelnen Sparten genauer betrachten.

Strom und Gas
Erfreulich sind die Planzahlen für die Bereiche Strom und Gas. Hier werden bessere Ergebnisse als im Planjahr zuvor erwartet. Doch wird die zunehmende Konkurrenz in diesen Bereichen die Stadtwerke vor Herausforderungen stellen. Dem Kunden geht es am Ende des Tages eben immer um den günstigsten Preis. Um handlungsfähig bleiben zu können, war es die richtige Entscheidung des Gemeinderats die Preise in diesem Bereich stabil zu halten.

Wichtig ist hier außerdem die Kundengewinnung außerhalb der Gemarkung von Friedrichshall. Dies sehen wir als wichtige Aufgabe für die Zukunft.

Wasser und Wärmeversorgung
Schaut man sich die Zahlen im Bereich Wasserversorgung an, erkennt man, dass das geplante Ergebnis deutlich schlechter ausfällt, als in den vergangenen Jahren. Die Aufwendungen für den Wasserbezug steigen und zusätzlich sinken die Gesamterträge. Wir müssen uns in den kommenden Jahren mit einer neuen Kalkulation der Wassergebühr befassen, um den negativen Trend etwas aufzufangen.

Auch im Bereich der Wärmeversorgung sieht der Trend ähnlich aus.

Freibad
Im Sommer ins kühle Nass zu springen oder auch sich mit Anderen im Freibad zu treffen, um den Tag in der Sonne zu genießen, das ist durch unser Solefreibad in Bad Friedrichshall möglich und bereichert unsere Stadt. Diese Möglichkeiten vor zu halten kostet sehr viel Geld.
Allein durch die verkauften Eintrittskarten können, auch im kommenden Haushaltsjahr, die Aufwendungen des Freibades nicht erwirtschaftet werden. Es werden weiterhin Verluste geschrieben.
In den vergangenen Jahren wurde bereits viel in die Erneuerung des Bades investiert. Dies belastet auch heute noch den Wirtschaftsplan der Stadtwerke im Ganzen. Nichtsdestotrotz steht die SPD-Fraktion hinter unserem Solefreibad. Die Frage für die Zukunft bleibt jedoch, wie man die finanzielle Gesamtsituation des Freibades verbessern kann. Hier ist die Verwaltung gefragt. Ein Weg könnte die bessere Vermarktung, vor allem auch im weiteren Umkreis von Bad Friedrichshall sein. Wir sehen das Bad als generationsübergreifender Treffpunkt für unsere Mitbürger aber auch für auswärtige Besucher. Durch den schön gestalteten Kinderbereich, die Rutsch- und Sprunganlage, das Wellenbecken sowie durch das große beheizte Solebecken bietet das Bad für jede Altersgruppe tolle Angebote. Dies muss deutlich offensiver an die Öffentlichkeit getragen werden. Auch neue Veranstaltungsformen könnte eine Möglichkeit sein.

Nun möchte ich auf die im nächsten Jahr anstehenden Investitionen der Stadtwerke kurz eingehen.
In allen Bereichen wird weiter investiert. Größere Vorhaben sind unter Anderem die Photovoltaikanlage an der Otto-Klenert-Realschule, die zweite Rate des neu gebauten Hochbehälters Heuchlinger Höhe oder auch verschiedene Maßnahmen im Solefreibad. In der Sparte Wasser sind im kommenden Jahr erhebliche Investitionen geplant. Eine lange Liste an Investitionen, die auch in den kommenden Jahren nicht kürzer wird. Auch deshalb müssen weitere Kredite aufgenommen werden. Der Schuldenstand wird sich bis 2018 auf voraussichtlich 14,6 Mil € erhöhen. Eine Zahl, die einem zum Nachdenken anregt. Es sollte auch die Verwaltung anregen, sich für die verschiedenen Sparten weitere Gedanken zu machen. Denn in der Zukunft werden die Aufgaben nicht weniger, sondern, gerade auch durch das Klimaschutzkonzept, eher mehr. Könnten sinnvolle Kooperationen mit Nachbargemeinden etwa die Lösung sein? Diese Überlegungen müssen im kommenden Jahr in Angriff genommen werden.

Weitere Herausforderungen auch bei den Stadtwerken müssen also in der Zukunft gemeistert werden. Doch sind wir uns sicher, dass wir gemeinsam gute Lösungen und Konzepte finden werden.
Wir möchten auch an dieser Stelle den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtwerke sowie dessen Führung einen großen Dank aussprechen.
Die SPD-Fraktion stimmt dem Wirtschaftsplan für die Stadtwerke zu.
– Stefanie  Heil –