Gemeinderat

Aktuelles zur Schulentwicklung Bad Friedrichshall

Hier der erwähnte Artikel der JU. Quelle: Friedrichshaller Rundblick

JU_BFH_Schulpolitik

 

Unsere Kolleginnen Gabi Mandel und Silke Ortwein waren in dem Arbeitskreis Schulentwicklung aktiv beteiligt, lesen Sie hier ihr Statement zu dem Artikel der JU:

 

Schulentwicklung in Bad Friedrichshall

 

Das erklärte Ziel von Bürgermeister und Gemeinderat war, die schulpolitische Diskussion in Bad Friedrichshall sachorientiert und ohne parteipolitische oder ideologische Scheuklappen zu führen. Die Wortwahl der Überschrift und auch der Inhalt des Beitrages von Herrn Pfleger lassen leider darauf schließen, dass dies zumindest bei Teilen der Jungen Union nicht angekommen zu sein scheint.
Mit der Erarbeitung eines Konzeptes für die Weiterentwicklung der Glück-Auf-Werkrealschule und der Otto-Klenert-Realschule soll für beide Schulen eine zukunftsfähige Lösung entwickelt werden. Die im Arbeitskreis Schulentwicklung geführten Diskussionen orientierten sich an den vorhandenen Profilen, Ressourcen und Stärken der Schulen und den daraus sich ergebenden Möglichkeiten. Nach Abwägung aller Kriterien hat sich der Arbeitskreis für eine Verbundschule als bestmögliche Lösung für den Schulstandort Bad Friedrichshall ausgesprochen. Zu keinem Zeitpunkt ging es dabei darum „eine Gemeinschaftsschule abzuwenden“ . Die Argumente für eine Verbundschule wurden von allen Beteiligten im Konsens erarbeitet und waren nicht durch eine grundsätzliche Ablehnung des Modells Gemeinschaftsschule motiviert. Im Übrigen bietet auch oder gerade eine Gemeinschaftsschule die Möglichkeiten individuellen Lernens, keinesfalls werden die Kinder „in einen großen Topf geworfen“. Allerdings kann dies nur beurteilen, wer sich differenziert mit dem Thema Gemeinschaftsschule auseinandersetzt.

Der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung trägt sicher zu einem veränderten Anmeldeverhalten der Eltern bei. Was Herr Pfleger jedoch nicht erwähnt, ist der drastische Rückgang der Schülerzahlen, der sich bereits seit vielen Jahren (lange vor dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg) abzeichnet. Die Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes belegen dies deutlich und unterstreichen den dringenden Reformbedarf unseres Schulsystems und die Notwendigkeit regionaler Schulentwicklung.
Gabriele Mandel
Silke Ortwein
SPD-Fraktion
AK Schulentwicklung

 

Zur Gemeinschaftsschule

Klaus Schaffner im Namen der SPD-Fraktion

 

Es ist geradezu erstaunlich, wie die Junge Union Bad Friedrichshall die Gemeinschaftsschule, dieses pädagogische Teufelswerk, abgewendet hat. Sie war nämlich an keinem Meinungsbildungsprozess, weder im Gemeinderat noch in der Arbeitsgruppe beteiligt! Also hat sie das allein mit Mitteln des Geistes gemacht – eine Art Psychokinese in der Politik. Wenn man ihren Beitrag im Rundblick richtig liest, muss man sich wundern, dass auch für die JU die individuelle Förderung aller Kinder im Mittelpunkt der schulischen Bildung stehen soll. Die bisherige Einteilung der Kinder in drei Kategorien hat gerade dies zumindest erschwert, wenn nicht sogar ein Stück weit verhindert. Denn die Wahl der „richtigen“ Schule war in den letzten Jahrzehnten immer mehr durch soziale Aspekte, durch Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsschicht, geprägt, als von den individuellen Voraussetzungen des Kindes. Zudem beobachte man ebenfalls seit Jahrzehnten die Auszehrung der Hauptschule. Dieser laufende Verlust an Schülerinnen und Schülern ist sicher nicht von der Leistung, die in dieser Schule gebracht wird, verursacht, sondern ihrem „Image“ (!) Es ist eigentlich bedauerlich, dass junge Menschen im 21. Jahrhundert sich so massiv für ein Bildungssystem aus dem 19. Jahrhundert verkämpfen – Nostalgie pur? Bei der aktuellen Diskussion über die Weiterentwicklung unseres Schulsystems kann man
sicher einiges kritisieren. Diese Kritik kann sogar dazu beitragen die Entwicklung zu verbessern. Aber mit einem Zurück in die Zeiten des Dreiklassenwahlrechts (dem entspricht die Dreigliedrigkeit des damaligen Schulsystems) kann die Zukunft sicher nicht errungen werden. Also, es stünde gerade der Jungendorganisation einer Volkspartei gut an, sich mit positiven Beiträgen, konstruktiver Kritik und eigenen Vorschlägen an der Bildungsdiskussion zu beteiligen und nicht mit anstatt rückwärtsgewandt an alten Zöpfen festzuhalten!