Stellungnahmen der Mitglieder des Gemeinderats

Stellungnahme zum Schulentwicklungskonzept in Bad Friedrichshall

Von: Gabriele Mandel

Seit einigen Jahren bereits zeichnet sich landesweit ein Rückgang der Schülerzahlen ab, der immer deutlicher auch bei uns in Bad Friedrichshall spürbar wird. Zudem geht der Trend – verstärkt durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung – weg von den Haupt- und Werkrealschulen hin zu Realschulen und Gymnasien.  (Aktuelle Zahlen: von 237 Grundschülern, haben 72 eine Empfehlung für die Hauptschule, dort angemeldet für das nächste Schuljahr sind lediglich 18 Schüler !) Völlig gegenläufig zur Abnahme der Schülerzahlen steigt der Bedarf im Bereich der schulischen Betreuung, vor allem in den Grundschulen – aber auch bei den weiterführenden Schulen.

Diese Tatsachen erfordern, dass wir in uns mit der Entwicklung eines zukunftsfähigen Schul-konzeptes befassen, welches alle Grundschulen und die weiterführenden Schulen einschließt. Ein erster Schritt wurde mit der Bildung des Arbeitskreises Schulentwicklung vollzogen, in dem alle für die Schulen Verantwortlichen vertreten sind. Dank der professionellen und zielführenden Moderation von Herrn Dr. Hinz verliefen die im Arbeitskreis geführten Diskussionen ausgesprochen sachlich, was angesichts der im Bildungsbereich oft sehr emotional und ideologisch geführten Auseinandersetzungen keinesfalls selbstverständlich ist.

Die vom Arbeitskreis herausgearbeiteten möglichen Optionen für die Weiterentwicklung der Glück-Auf-Werkrealschule und der Otto-Klenert-Realschule lassen letztlich nur einen sinnvollen Schluss zu: nämlich die Integration beider Schulen in eine Verbundschule.

  • Die zwei Schulen treten nicht in Konkurrenz zueinander und das zum Ziel gesetzte Zwei-Säulen- Modell wird konsequent umgesetzt.
  • Die Qualitäten und Stärken der beiden Schulen können gleichwertig zusammengeführt und zu einem gemeinsamen Profil weiterentwickelt werden.
  • Und mit der Bildung einer zweijährigen Orientierungsstufe in Kl. 5 und 6 wird längeres gemeinsames Lernen möglich, dies ist eine langjährige Forderung aus dem Bildungsbereich.

Das Modell der Gemeinschaftsschule mit einem neuen Verständnis von ‚Schule‘ und einem entsprechenden Lernkonzept bietet aus unserer Sicht eine attraktive und zeitgemäße Ergänzung zu den bisherigen Schulformen. Für unseren Schulstandort Bad Friedrichshall jedoch halten wir aus den bereits genannten Gründen eine Verbundschule für die beste und praktikabelste Lösung! Aus den bisherigen Schulkonzepten kann eine neue gemeinsame Konzeption entwickelt werden und diese lässt alle Möglichkeiten einer pädagogischen Weiterentwicklung – auch mit neuen Lernformen – zu.

Wichtig ist uns die umfassende Einbeziehung der Lehrerkollegien und der Eltern (vor allem auch die der zukünftigen Schüler) in den weiteren Prozess der Information, Meinungsbildung und Konzeptentwicklung. Denn jedes Schulmodell kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten mitgenommen und eingebunden sind!

Wir, die SPD –Fraktion, sind überzeugt, dass mit den vorhandenen Kompetenzen eine Verbundschule erfolgreich umgesetzt werden kann und unterstützen die geplante weitere Vorgehensweise!

Zu den Grundschulen:
Die bisherigen und wohl noch steigenden Betreuungsquoten in Jagstfeld, Hagenbach und Kochendorf sprechen für eine Umwandlung der Grundschulen in Ganztagesschulen. Die zwischen Landesregierung und den Kommunalen Landesverbänden vereinbarten Eckpunkte bieten klare Rahmenbedingungen für die Umsetzung und die zukünftige Entwicklung dieser Schulen. Es ist daher schlüssig, nach der Antragstellung für die GS Plattenwald in den Folgejahren auch an den anderen Schulen die entsprechenden Konzepte zu erarbeiten. Um sinnvolles und effektives Planen hinsichtlich der Antragstellung zu gewährleisten, scheint uns eine genaue zeitliche Abstimmung zwischen den Schulen und auch mit der Verwaltung unbedingt erforderlich.

Deutlich hinweisen möchten wir auf die Situation der kleinen Grundschulen Untergriesheim und Duttenberg:
Die Zahl der dort in der Betreuung angemeldeten Kinder ist nicht vergleichbar, jedoch halten wir auch an diesen Schulen eine bedarfsgerechte Anpassung der Betreuungszeiten für notwendig. Es darf nicht sein, dass zwischen den Grundschulen unserer Stadt eine Konkurrenzsituation entsteht, auch indem die Ganztagesgrundschulen aufgrund ihrer Kostenfreiheit attraktiver sind, oder dass Eltern mangels eines passenden Betreuungsangebotes vor Ort ihre Kinder in Schulen von Nachbar-gemeinden anmelden. Die in Untergriesheim bisher eher geringe Nachfrage nach Betreuung kann sich mit der Erschließung des neuen Baugebietes ändern, – ich bin sicher, dass adäquate Betreuungsangebote für bauwillige Familien ein entscheidendes Kriterium sind!
Im Sinne einer langfristigen Standortsicherung ist es daher wichtig sorgfältig abzuwägen, was in Duttenberg und Untergriesheim nötig und möglich ist! Letztlich werden wir als Gemeinderat entscheiden müssen, wie wichtig es uns ist, die Grundschulen in diesen Ortsteilen zu erhalten. Und ggf. auch, welche finanziellen Mittel wir bereit sind, zu investieren.

Abschließend wünschen wir Frau Schepputat und Herrn Dillig sowie den Schulleitern unserer Grundschulen Kraft und Ausdauer für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben und den zweifellos erforderlichen ‚Mut zur Veränderung‘!

Die SPD-Fraktion stimmt dem Beschlussvorschlag in allen Punkten zu.