Gemeinderat

Stellungnahme zur Einrichtung der Buslinie 691

GR-Sitzung 30.09.14   –   Stellungnahme SPD   –   Einrichtung der Buslinie 691

Am 14. Dezember nimmt die Stadtbahn Nord endlich ihren Betrieb bis nach Bad Friedrichshall auf, und von hier dann weiter in Richtung Mosbach und Sinsheim.  Mit diesem Datum verbunden ist die Erwartung der Bürger und Bürgerinnen des nördlichen Landkreises Heilbronn – nicht zuletzt auch bei uns in Bad Friedrichshall –  auf eine deutliche Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs. Auch wir Gemeinderäte haben mit unserer Entscheidung zur Mitfinanzierung des Wagenmaterials (immerhin 7 Mio €) und einem zukünftigen jährlichen Abmangel von 270 T €  ein klares Signal gesetzt.

Voraussetzung für das Gelingen des Projektes Stadtbahn ist eine benutzerfreundliche und regelmäßige Taktung der Stadtbahn selbst und vor allem auch der damit eng verknüpften Zubringerlinien.  Auch bei uns in BF wird wesentlich  sein, ob und wie die Bürgerinnen und Bürger aus den einzelnen Stadtteilen und Wohngebieten die Stadtbahn erreichen können und auch,  inwieweit innerhalb Bad Friedrichshalls eine bessere Vernetzung gegeben ist.

Die im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes tätige Agenda Gruppe ÖPNV und auch das von uns in Auftrag gegebene Klimaschutzkonzept geben diesbezüglich klare Empfehlungen.

Die Einrichtung der Buslinie 691 und somit die Anbindung der Wohngebiete Lindenberg/Bachstr./ Pfaffenäcker ist unserer Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung. Und wir entsprechen damit  dem schon lange bestehenden Wunsch vieler dort wohnender Menschen, denen es künftig möglich sein wird, in kurzer fußläufiger Entfernung eine Bushaltestelle zu erreichen.

Als Gemeinderäte sind wir Vertreter aller Bürger und Bürgerinnen – auch derjenigen, die sich nicht offensiv zu Wort melden – und wir sind auch der Entwicklung der Gesamtstadt und dem Gemeinwohl verpflichtet. Aus diesem Grund unterstützen wir die Einrichtung der Buslinie 691 ausdrücklich, zumal diese auch vollständig aus Mitteln des Landkreises finanziert wird.

Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass wir die Bedenken der Anwohner am Remmelesweg und in der Bachstraße nicht ernst nehmen oder nicht nachvollziehen können.  Wir sehen durchaus die Notwendigkeit, etwaige Verbesserungen herbeizuführen. Dabei kann es jedoch aus unserer Sicht nicht darum gehen, die Taktzeiten der Busse zu verringern oder gar die Buslinie komplett abzulehnen. Vielmehr müssen sämtliche Maßnahmen geprüft werden, die zu einer Entschärfung der Situation beitragen können – sei es im Bereich der Parkmöglichkeiten – bei der Beschränkung des Durchgangs- und Schleichverkehrs – oder bei  der Lärmminderung. Wir gehen davon aus, dass das in Auftrag gegebene Verkehrs- und Lärmgutachten uns Ansätze für entsprechende Maßnahmen liefern wird. Auch sollten unserer Meinung nach außerhalb der Hauptverkehrszeiten entsprechend des Bedarfes kleinere Busse zum Einsatz kommen.

Mit der neuen Buslinie müssen zunächst Erfahrungen gesammelt werden. Es ist wichtig, die Entwicklung der Fahrgastzahlen zu den unterschiedlichen Tageszeiten zu beobachten, ebenso die Park- und Verkehrssituation. Erst im Laufe der nächsten Monate wird sich zeigen, ob die Probleme in dem von den Anwohnern befürchteten Umfang eintreten,  – oder nicht.  Unter Umständen kann es dann nötig sein,  Veränderungen vornehmen zu müssen (z. B. bei der Platzierung der Bushaltestellen), oder dass, – im Gegenteil – sich manches bessert und sich zum Beispiel der Schleichverkehr reduziert.

Mit der Einrichtung der Buslinie eröffnen sich den Anwohnern in den Gebieten Lindenberg/Bachstr./ Pfaffenäcker neue Möglichkeiten: Fahrten in die Stadtmitte, zu den Schulen oder zu den Bahnhöfen Jagstfeld und Kochendorf und somit Zugang zum gesamten ÖPNV-Netz sind zu verlässlichen Zeiten gewährleistet. Familien mit Kindern, Jugendliche,  Mitbürger ohne privaten Pkw und besonders auch ältere Menschen werden von der neuen Buslinie profitieren. Der demographische Wandel ist Fakt und ich bin sicher, dass nicht wenige Menschen, die heute meinen, keine Buslinie zu brauchen, in einigen Jahren anders darüber denken.

Erklärtes Ziel ist mittel- bis langfristig der weitere  Ausbau des ÖPNV und damit die Option, dass immer mehr Menschen auf ihr privates Fahrzeug verzichten können. Nur so kann der Individualverkehr reduziert werden – und auch die damit verbundene Lärm- und Abgasbelästigung.

Diese Veränderung braucht Zeit und erfordert Geduld – und sie beginnt in unserem Denken.

Die SPD-Fraktion stimmt dem Beschlussvorschlag, die Buslinie 691 einzurichten, mehrheitlich zu.